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Südtiroler Jungzüchter zu Besuch bei Freunden

Willkommen am Reithof in Hollersbach - Resi, Hansjörg und Georg Innerhofer freuen sich über den Besuch!
Genießen ihren Auslauf - die Kühe von Familie Innerhofer, Reit in Hollersbach.
BIRGIT (V.Brutus) - Mutter von Teststier Janus (V.Jason) am Betrieb Riedlsperger, Vorderronach in Saalbach.
Sticht ins Auge - Liftler-Tochter von Rupert Hasenauer, Hasenau in Hinterglemm.
Steht kurz vor der Schwelle zur 100.000 kg-Marke - Blanka (V.Maltus), Mutter von Teststier Regent
Auch bei den Tauernschecken zählt der Hasenauer zu den erfolgreichen Züchtern!
Beeindruckend - die Kuhherde von Hannes Hofer, Hub in Zell am See, die beste Heumilch produziert!

Bereichernder Austausch zwischen Gleichgesinnten und Freunden im Pinzgau!

Am letzten Novembersamstag machte sich eine Gruppe interessierter Jungzüchter auf den Weg in den Salzburger Pinzgau. Das erste Ziel der Reise war der Reithof  der Familie Innerhofer in Mittersill. Unser Jungzüchterkollege und Ausschussmitglied Georg erwartete bereits die Besucher. 
Theresia und Hansjörg Innerhofer bewirtschaften zusammen mit ihren drei Söhnen 25 ha Mähflächen und 11 ha Waldflächen. Im Jahre 2014 wurde der alte Stall für die Jungrinder und Kälber umgebaut und mit einem modernen Laufstall für die Milchrinder erweitert. Das gesamte Stallgebäude bietet Platz für ca. 70 Stück Original Pinzgauer, Pinzgauer, aber auch einige Fleckviehtiere.
Des Weiteren versucht die Familie seit kurzem einige Tiere mit Normandie- sowie Norwegischen Rotvieh-Stieren zu kreuzen. Seit 15 Jahren wird am biologischen Betrieb sehr starkes Augenmerk auf die genetische Hornloszucht gelegt. Deshalb kam noch bis vor kurzem ein Basti Pp – Sohn als Natursprungstier zum Einsatz. In der harmonischen Milchviehherde stach vor allem eine ältere Originale Pinzgauer Kuh heraus. Diese war auch keine Unbekannte, sondern die Ramorat- Tochter Ruperta, Stiermutter von AuswahlstierLeobert.

Zurzeit liegt der Betriebsdurchschnitt der 27 Kühe durchschnittlich bei 7.000 kg Milchleistung und ca. 3,90 % Fett und 3,33 % Eiweiß. Die Milchkühe werden nicht nur mit bestem Heu und bester Silage gefüttert, sondern erfreuen sich zusätzlich von Frühjahr bis Herbst an einer grasreichen Weide rund um ihren Heimathof. Die gesamten Jungrinder verbringen den Sommer über im Hollersbachtal.

Theresia arbeitet nicht nur als Bäuerin, sondern ist zusätzlich seit 2013 als selbstständige Künstlerin unter ihrem Label „KuhArt“ aktiv. So kamen die Jungzüchter*innen nicht nur auf dem Hofgelände in den Genuss Theresias Arbeit. Nach einer köstlichen Stärkung und einem gemütlichen Austausch konnten einige kleine Werke von Theresia auch ihren Weg in den Bus der Jungzüchter finden.

Als zweites Ziel wurde der Vorderronach Hof der Familie Riedlsperger anvisiert. Dort wartete bereits der Obmann der Pinzgauer Jungzüchter, Gabriel Riedlsperger auf die interessierte Gruppe. Der Betrieb umfasst ca. 20 ha Mähfläche, wobei diese dreimal gemäht werden. Die Kühe befinden sich das ganze Jahr auf dem Betrieb und verbringen von Frühjahr bis Herbst sehr viel Zeit auf der Weide. Die Jungrinder dürfen den Sommer über die Schipisten Saalbachs abgrasen. Seit längerem werden die Milchkühe mit Hilfe eines Futtermischwagens auf Basis der Hauptkomponenten Grassilage, Maissilage, Heu und Rübentrockenschnitzel gefüttert. Zurzeit liegt der Stalldurchschnitt der 18 Pinzgauerkühe bei ca. 8.000 kg Milchleistung.

Sehr erfreulich für den Besuch aus Südtirol war vor allem, dass Gabriel senior sowie Gabriel junior auf ihrem Betrieb sehr stark auf „Pinzgauer Genetik“ aus Südtirol setzen.
So konnten beispielsweise einige Töchter der Stiere Rubin, Brutus oder auch Leo begutachtet werden. Des weiteren konnte die Brutus–Tochter Birgit, Mutter des Teststieres Janus (V. Jason) besichtigt werden. Zudem konnten die Jungzüchter*innen ihre Blicke auch nicht von der nächsten Generation an Rindern abwenden.

Zum Betrieb gehört auch ein Hotel, welches liebevoll von der gesamten Familie Riedlsperger bewirtschaftet wird. Nach der genauen Stallbesichtigung zauberte uns Petra Riedlsperger ein genüssliches Mittagessen, wodurch wir gestärkt zum nächsten Betrieb fahren konnten.

Einige Kilometer taleinwärts wartete bereits Baschti Hasenauer auf dem Hasenaugut auf die schaulustigen Jungzüchter*innen. Der Betrieb ist seit jeher für seine qualitätsvolle Pinzgauer Herde nicht nur in Österreich, sondern auch über die Landesgrenze hinaus bekannt. Schon beim Betreten des Stallgebäudes konnte sich die interessierte Besucherschar davon überzeugen. Am Betrieb werden ca. zwei Drittel Original Pinzgauer Rinder und ein Drittel Tiroler Grauvieh Rinder gehalten. Vor allem einige Töchter des Besamungsstieres Liftler stachen den Jungzüchter*innen sofort ins Auge. Zudem zeigte sich die hervorragende Zuchtarbeit der Familie auch an der großen Anzahl an Dauerleistungskühen. Eine Kuh war besonders hervorzuheben und zwar die Maltus-Tochter Blanka, Mutter des Teststieres Regent. Diese Kuh präsentierte sich schon heuer im März beim Jungkuhchampionat von ihrer besten Seite. Derzeit steht sie in der 12. Laktation mit einer fantastischen Lebensleistung von 98.000 kg Milchmenge. Für reichlich Nachwuchs sorgt zur Zeit ein genetisch interessanter Natursprungstier aus Rester x Ringo. Eine saisonale Abkalbung der Kühe im Dezember, Jänner wird angestrebt.
Auf dem Betrieb werden zusätzlich auch leidenschaftlich Tauernschecken Ziegen und Noriker Pferde gezüchtet. Des Weiteren bietet das Stallgebäude auch ein Zuhause für sehr viele kleine Haustiere und Federvieh.
Zum Betrieb gehören nicht nur 24 ha Mähfläche, sondern auch zwei Almhütten. Eine dieser Almhütten befindet sich direkt oberhalb dem Heimatbetrieb auf 1600 m und ist vom 1. Mai bis 28. Oktober Heimat für die gesamte Milchkuhherde. Alle Jungrinder, Noriker Pferde, sowie Tauernschecken Ziegen verbringen den Sommer etwas taleinwärts auf der zweiten Alm, der bekannten Ossmannalm. Diese öffnet auch für wanderlustige Besucher ihre Tore. Als weiteres Standbein werden am Familienbetrieb Gästezimmer das ganze Jahr über vermietet.

Nach einem regen Austausch und interessanten Gesprächen ging es weiter zum letzten Ziel des Tages.
Dies war der Bio Bergbauernhof Hubgut in Zell am See.Der Betrieb wird von Hannes und Margret Hofer, den vier Kindern und Hannes Eltern im Nebenerwerb bewirtschaftet. Margret kümmert sich liebevolle um die Hausgäste und Hannes geht zusätzlich der Arbeit als Installateur nach.
Am Betrieb werden ca. 20 Original Pinzgauer Tiere gehalten. Die Rinder werden ausschließlich silofrei und mit bestem Bergheu versorgt. Den Sommer über verbringt die gesamte Herde auf der hofeigenen Alm auf 1200 m Seehöhe. So können die Milchkühe über das gesamte Jahr um die 180 Weidetage vorweisen. Aufgrund der Tatsache, dass vor fünf Jahren das letzte Mal aktiv Klauenpflege betrieben werden musste, zeigt sich, wie gut Hannes und seine Familie ihre Tiere managen.

Vor allem mehrere Steinkauz-Töchter bestachen aufgrund ihres Typs und ihrer Leistungsbereitschaft. Eine Kuh überstrahlte jedoch alles. Dies war eine 17-jährige Rat- Tochter, welche in den nächsten Wochen ihr 15. Kalb zur Welt bringen wird. Sie zeigte sich für ihr Alter in einer hervorragenden Form und ist eindeutig die Chefin im Stall. Zudem präsentierte sich ein Jungstier (V.Lato) von seiner besten Seite, welchen wir wahrscheinlich nächstes Jahr beim Frühjahrsstiermarkt begutachten können.
Die Familie Hofer bewirtschaftet zwei Betriebe mit 24 ha Mähfläche und 6 ha Waldfläche. Auf dem Hubgut werden die gesamten Rinder gehalten und der andere Betrieb bietet genügend Platz für die Tauernschecken Ziegen. Dieser Betrieb wurde von den Jungzüchtern am Sonntagmorgen noch vor der Heimreise begutachtet.

Mit einem genüsslichen Abendessen beim Berggasthof Stangerbauer in Kaprun zusammen mit einigen Jungzüchterkollegen aus Salzburg, konnte ein lehrreicher Tag gemütlich zu Ende gehen. Nach einer erholsamen Nacht auf dem Hubgut und einem satten Frühstück, liebevoll zubereitet von Margret, konnte die Heimreise angetreten werden.

Ein großes Dankeschön gilt den vier Familien für ihre Gastfreundlichkeit, die genüssliche Verköstigung und den belehrenden Austausch.
Zudem bedanken sich die Südtiroler Jungzüchter bei den Jungzüchterkollegen aus Salzburg für ihre große Mithilfe bei der Organisation und freuen sich schon auf den nächsten Besuch im Salzburger Land.

Felix Oberhollenzer

 

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