Tag der offenen Tür am Schlossbergerhof in Bodensdorf/Ossiacher See


Kärntens Pinzgauerzucht im Fokus - beeindruckende Qualität der Fleischrinderherde von Familie Fleischhacker!
Nach zwei Jahren Pause und dem insgesamt dritten Anlauf war es am 1. Oktober 2022 soweit - Obmann Horst Schnitzer brachte in seiner Begrüßung berechtigte Freude zum Ausdruck, Kärntens Pinzgauerzucht wieder ins Schaufenster stellen zu können und sich nach zwanzig Jahren wieder am Schlossbergerhof einfinden zu dürfen.
2002 führte der Weg bereits zu Familie Fleischhacker, damals allerdings auf einen Milchviehbetrieb und geführt von Bernhard Fleischhacker, der sich als leidenschaftlicher Züchter immer schon um eine Linienvielfalt bemühte. Als 1979 mit der Pinzgauerzucht begonnen wurde, fuhr Bernhard als junger Bursch bereits hin und wieder zur Versteigerung nach Maishofen, um sich qualitative Pinzgauer-Genetik in seine Herde zu holen.
Eine markante Umstellung erfuhr der Betrieb im Jänner 2005, als das Wirtschaftsgebäude ein Raub der Flammen wurde und sich Bernhard mit dem Entschluss zum Wiederaufbau für die Mutterkuhhaltung entschied.
Es war zugleich der Startschuss für die Erfolgsgeschichte des Schlossbergers - diente die leistungsstarke Pinzgauer-Milchkuhherde als perfekte Basis für eine optimale Kälberaufzucht in Kombination mit dem Einsatz von bester männlicher Genetik, wo Fleischhacker von Anfang an auf verschiedene Linien setzte und zugleich die Hornloszucht forcierte.
Der züchterische Erfolg dieser Strategie spiegelt sich in der weiten Verbreitung der "Schlossberger-Genetik", die vom Bodensee bis zur Ostsee und ebenso im hohen Norden Deutschlands verbreitet ist. Die guten Kooperationen, die nicht nur geschäftlicher, sondern im besonderen freundschaftlicher Natur sind, nützt auch Fleischhacker zur steten Blutauffrischung - aktuell mit den beiden deutschen Zuchtstieren GILMOR von Bernadette Leibold aus Heinstetten und HALLER FIN von Cord-Hermann Brockmann aus Soltau.
Neben der Pinzgauerzucht, die aktuell auf 21 Mutterkühe, 3 Zuchtstiere und sämtlicher Nachzucht fußt, zeigt sich die Vie(h)lfalt der Familie Fleischhacker in Form von Haflinger- und Norikerpferden, Duroc-Zucht- und Mastschweinen, Zwergschafen und -ziegen sowie allerlei Geflügel. (Legehühner, Enten, Puten, Gänse, Tauben...) und verdeutlicht den enormen Arbeitseinsatz am Schlossbergerhof.
Einen beträchtlichen Teil der Zeit nimmt mit Sicherheit die Forstarbeit in Anspruch, bewirtschaften Fleischhackers insgesamt 45,8 ha Wald. Diesem Betriebszweig ist auch der jüngste Bau geschuldet - die Maschinenhalle, die 2021 errichtet und mit einer Säge ausgestattet wurde, um Schnittholz selber produzieren zu können.
Der größte Schlüssel zum Erfolg des Schlossbergers liegt aber zweifellos im Zusammenhalt der Familie, hat Bernhard die Führung des Betriebes nicht umsonst bereits vor drei Jahren an seinen Sohn Christian übertragen.
Die Worte des 21-jährigen Jungbauer, der sich seit heuer auch Meister nennen darf, waren schon sehr beeindruckende. "Es ist der Zusammenhalt und die Leidenschaft für die faszinierende Pinzgauer-Rasse, die uns beide auszeichnet und ich freue mich jeden Tag erneut auf die gemeinsame Arbeit mit meinem Papa, von dem ich noch so viel lernen darf und wo stets neue Herausforderungen auf uns warten", so die berührenden Worte von Christian in seiner Betriebsvorstellung.
Die besondere Lebenshaltung der Familie Fleischhacker kam bereits zu Beginn der Veranstaltung zum Ausdruck, als die evangelische Pfarrerin Regina Leimer gemeinsam mit dem katholischen Priester Jacek Wesoly und vom Singkreis Bodensdorf wunderschön musikalisch umrahmt, den Tag mit einem feierlichen Wortgottesdienst eröffneten. Unmissverständlich vermittelte dieser Einstieg, dass es neben allem Mühen und Sorgen allererst den Segen Gottes braucht, um unserem Tun Sinn und Richtung zu geben!
Familie Fleischhacker dürfen wir zu ihrem Tun von Herzen gratulieren - möge uns dieses Inspiration und Motivation für ein gutes und gedeihliches Zusammenleben und -arbeiten innerhalb der Generationen sein!
Ein herzliches Vergelt's Gott für den bereichernden Tag und viel Glück und Segen allem Mensch und Vieh am Schlossbergerhof!
Herzlichen Dank auch an Georg Moser, der den eindrucksvoll Tag optisch festgehalten hat!
Christina Sendlhofer



