Tag der offenen Tür in Kärnten
Der Raderhof in Villach begeisterte!
Eine tolle Pinzgauer – Herde und eine perfekte Organisation lockten nach einem Jahr Pause wieder zahlreiche Besucher zum „Tag der offenen Tür“ auf einem Pinzgauer-Zuchtbetrieb. Heuer hat dieser am Betrieb des Obmannes der Kärntner Pinzgauerzüchter, am Raderhof des Liesinger Johann in Villach statt gefunden.
Pinzgauer Vorstandsmitglied Horst Schnitzer freute es, einige Ehrengäste begrüßen zu können, unter ihnen KR ÖR Rudi Zargorz, KR ÖR Erwin Winkler, Obmann und Geschäftsführer der ARGE Pinzgauer Ing. Christian Dullnigg und DI Mathias Kinberger. Dem Betriebsführer Liesinger Johann jun. hat es besonders gefreut wieder die Pinzgauer-Freunde aus dem benachbarten Salzburg begrüßen zu können.
Wenn man in den letzten Jahrzehnten die Pinzgauerzucht in Kärnten verfolgt führt am Betrieb Liesinger kein Weg vorbei. Kaum ein Betrieb bzw. eine Person (Liesinger Johann sen.) hat in den letzten Jahrzehnten die Pinzgauerzucht in Kärnten mehr geprägt bzw. weiterentwickelt. Für den Betrieb war es nie ein Thema die Rasse Pinzgauer umzustellen.
„Warum die Rasse umstellen, wenn man damit gut und wirtschaftlich zu Recht kommt und man keine Probleme damit hat“? erwähnte Liesinger Johann bei seiner Betriebsvorstellung.
Auch bei der Besprechung der Rinderherde durch Tierzuchtdirektor DI Erwin Brunner konnten die Vorzüge der Pinzgauer genau vorgezeigt werden. So präsentierten sich die, bis auf zwei, reinrassigen Pinzgauer Milchkühe mit besten Fundamenten, hoch angesetzten Eutern und bester Vitalität. Besonders hervorheben muss man sicher auch, dass 8 der 11 Milchkühe schon vier und mehr Abkalbungen hinter sich haben und kaum Verbrauchserscheinungen zeigen.
Bedenkt man, dass bei manchen Rassen die Kühe nicht einmal mehr durchschnittlich drei Kälber zur Welt bringen, stellen diese Zahlen die Qualitäten der Pinzgauer in den Vordergrund. Besonders wichtig für den Betriebsführer ist es auch, dass die Kühe mit dem betriebseigenen Futter auskommen müssen, lediglich 8.000 kg Kraftfutter werden zugekauft. So ist die Milchleistung des Bio-Betriebes mit 5.697 kg Milch bei 3,58% Fett und 3,18% Eiweiß auch nicht außer acht zu lassen.
Aber auch bei den 12 Mutterkühen konnte DI Erwin Brunner die Vorzüge einer Pinzgauer Mutterkuh nur hervorheben. Vor allem einige ältere Mutterkühe konnten sehr gefallen; mittelrahmige, tiefrumpfige Kühe mit guter Bemuskelung und hoch angesetzten Eutern sind Mutterkühe, die sich jeder wünschen würde.
Auch die gute Milchleistung der Kühe spiegelt sich im Fleischleistungsbericht wider. So haben die männlichen Nachkommen eine durchschnittliche Tageszunahme in 200-Tagen von 1.368g und die weiblichen in 200-Tagen von 1.188g, die Besucher zeigten sich von diesen Daten beeindruckt. Aber auch die jungen Mutterkühe und die Kalbinnen präsentierten sich sehr vielversprechend. Über die Qualität seiner Pinzgauer braucht sich der Betrieb auch in Zukunft keine Sorgen machen.
Gefallen konnte am Betrieb auch der Zuchtstier Stern (Stark x Mascha) und einige Jungstiere.
Nicht nur von einer hervorragenden Pinzgauerherde wurden die Besucher verwöhnt, sondern auch kulinarisch, denn das eigene Pinzgauerrind wurde von der BVG Kärntner Fleisch ausgekocht. Die besondere Schmackhaftigkeit, für die das Pinzgauerfleisch bekannt ist, konnte allgemein nur bestätigt werden.
Der „Tag der offenen Tür“ auf dem Pinzgauer-Zuchtbetrieb der Familie Liesinger hat wieder einmal bewiesen, dass die Pinzgauer nicht nur schön, sondern auch mit anderen Rinderrassen konkurrenzfähig sind.
Der Kärntner Rinderzuchtverband bedankt sich bei der Familie Liesinger für die perfekte Abwicklung und wünscht weiterhin viel Freude und Erfolg in Haus und Hof.
Ing. Georg Moser, Kärntner Rinderzuchtverband

