Tirols Pinzgauer-Züchter zu Besuch im Pinzgau!
Am diesjährigen Nationalfeiertag lud der Obmann der Nordtiroler Pinzgauer Züchter, Roland Dödlinger, zu einem Feiertagsausflug in den Oberpinzgau. Besichtigt wurden vier Betriebe in Mittersill, Stuhlfelden und Uttendorf.
Treffpunkt war in Oberndorf bei Familie Lindner, Angererbauer, wo mit einer kleinen Runde durch den Stall begonnen wurde.
Mit Fahrgemeinschaften ging es dann gemeinsam nach Mittersill zu Josef Höttl, Obermühle.
Bei der Ankunft stach sogleich das wunderschöne Bauernhaus ins Auge, das vor ein paar Jahren saniert wurde und mit Ferienwohnungen ausgestattet ist.
Sepp bewirtschaftet seinen Betrieb im Nebenerwerb zusammen mit seiner Lebensgefährtin Roswitha und seiner noch sehr aktiven und agilen Mutter Anni. Im Haupterwerb arbeiten beide als Lehrer an der LFS Bruck.
Der Betrieb besteht aus 11 ha Eigenfläche und 3 ha Pachtfläche, gefüttert wird mit Heu. Bekanntheit in der Pinzgauer Zucht erlangte der Obermühlbauer durch die vielen guten Stiere, die er aufzog und in Maishofen vielfach als Teststierkandidaten versteigerte.
Besonderes Augenmerk legt Höttl auf beste Euterqualitäten und auf die Zucht von genetisch hornlosen Tieren.
In seinem Stall stehen zehn Milchkühe und deren Nachzucht, wobei ein Teil davon ausgestiftet ist. Im Sommer weiden die Tiere auf der nahegelegenen Alm. Neben der Pinzgauer Zucht ist Sepp auch begeisterter Noriker-Züchter.
Nach der Besichtigung des Betriebes gab es noch eine kleine Jause zur Stärkung.
Nicht weit entfernt und auch in Mittersill war der zweite Betrieb – der Löschenbrandhof von Eva und Christoph Scharler.
Im Anbindestall der Familie Scharler stehen 15 qualitätsvolle Pinzgauer Kühe und deren Nachzucht. Auch einige Stiermütter sind unter ihnen, von drei stehen potenzielle Nachkommen in der Vorbereitung auf den kommenden Herbststiermarkt am 23. November.
Für die Fütterung steht im Heuboden ein fest angebrachter Futtermischwagen, der mit Strom betrieben wird. Im Sommer sind die Tiere auf verschiedenen Almen ausgestiftet.
Ein besonderer Stolz der Familie sind die Tauernschecken Ziegen, die neben erfolgreichen Auszeichnungen auch für erfreuliche Erlöse sorgen!
Nach der Mittagspause ging es weiter zum Betrieb Anton Kogler, Grub in Stuhlfelden.
Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Grubhofs wurde die 30-köpfige Pinzgauer Herde begutachtet. Besonders ins Auge stach die durchgehend schöne, rassetypische Pinzgauer- Zeichnung, trotz eines relativ hohen RF-Anteils der Kuhherde, welche für die jährliche Produktion von ca. 200.000 kg Milch verantwortlich zeichnet.
Im 2018 umgebauten Laufstall befindet sich ein Melkroboter, der aufgrund seiner „Flexibilität“ ein besonderer ist und in einem Container eingebaut, im Sommer mitsamt den Kühen auf die Alm übersiedelt wird.
Zu guter Letzt ging es nach Uttendorf zu Hubert Wörgötter, Moosburg.
Der hoch gelegene Bergbauernhof am Uttendorfer Sonnberg bewirtschaftet 21 ha Grünland, davon sind 12 ha Eigenfläche und der Rest ist auf Pacht.
Bewundert wurden die großrahmigen, behornten Pinzgauer-Kühe, die zudem auch eine gute Milchleistung aufweisen. Neben dem kürzlich umgebauten und renovierten Haus steht der Laufstall mit 4er-Tandem Melkstand, welchen Hubert 2016 in großzügiger und vor allem praxistauglicher Weise für seine behornte Herde errichtet hat.
Weitblick und eine gesunde Portion Hausverstand zeichnen den Moosburgbauern auch als begehrten Funktionär aus – seit dem Vorjahr auch als Mitglied im Pinzgauer-Fachausschuss, wo er aufgrund seiner realitätsbezogenen und direkten Art für wichtige Denkanstöße und manch lebhaften Diskurs sorgt.
Ein herzliches Danke den vier Betrieben für die interessanten Besichtigungen und die Stärkung zwischendurch – verbunden mit den besten Wünschen für Haus und Hof sowie Glück und Segen in der täglichen Zuchtarbeit!
Theresa Lindner
















