Über Grenzen und Länder hinweg...

Südtirols Züchterausschuss auf lohnender Besichtigungstour im Pongau!
Eine zehnköpfige Mannschaft aus Südtirol - der Pinzgauer-Züchterausschuss samt Zuchtleiter und zwei Zuchtwarten vom Südtiroler Rinderzuchtverband - machte sich am 26. Februar frühmorgens auf den Weg ins Salzburger Land, um sich einerseits ein Bild der aktuellen züchterischen "Ist-Zustand" zu machen, aber auch den wichtigen Gedankenaustausch unter Kollegen und züchterisch Verantwortlichen zu pflegen.
Familie Rainer, Vorderfromm, Werfenweng
Im Auftrag von Siegfried Gatterer, Obmann der Südtiroler Pinzgauerzüchter und Stellvertreter Matthias Ploner organisierte Thomas Sendlhofer, Zuchtberater der Pinzgauer in der Rinderzucht Salzburg, eine Tour im Pongau, die zu vier renommierten Pinzgauer-Zuchbetrieben nach Werfenweng und Wagrain führte.
Das erste Ziel war mit dem Vorderfrommhof in Werfenweng festgelegt, wo Maria und Hermann Rainer bereits auf die Gruppe wartete. Unübersehbar zeigte sich am Vorderfrommhof das Wohlgefühl der gehörnten Kuhherde, die im großräumigen Kompoststall die besten Bedingungen für ein friedliches Miteinander vorfindet.
Die hohe Lebensqualität spiegelt sich unter anderem im hohen Alter der Kühe, angeführt von der knapp 16-jährigen FANTA (V.Ringo), die sich in ihrer 14. Laktation bester Gesundheit und Kondtion erfreut!
Nicht weniger imponierend präsentierte sich die 11-jährige SCHWEDEN (V.RItzl), Mutter des bekannten, schwarzen Besamungsstieres RAUSCH (Raureif x RItzl), die aktuell in ihrer 8. Laktation steht.
Familie Fritzenwallner, Öbrist, Wagrain
Viel Komfort und moderne Technik erwartete die Besucher am nächsten Betrieb, dem Öbristhof von Regina und Franz Fritzenwallner, die mit dem Bau ihres Laufstalles im vergangenen Frühjahr nicht nur in ihre Kühe insvestierten, sondern auch in die eigene Flexibilität, für die das automatische Melksystem verantwortlich ist.
Sichtlich angetan zeigte sich der Besichtigungstrupp nicht nur von der großartigen Konstruktion des Stallgebäudes, sondern auch vom qualitätsvollen Inventar, das von jung bis alt ein beeindruckendes Bild vermittelt. EInen krönenden Abschluss fand der Besuch mit der Einladung ins "häusliche Refugium" von Hausherrin Regina, die sich nicht nur um das das leibliche Wohl ihrer Gäste tagein und -aus bemüht, sondern auch für eine exzellente Verpflegung der Ausflügler sorgte!
Famiie Gehwolf, Gries, Wagrain
Der nächste, hochinteressate Stopp zielte auf den Griesbauernhof von Katharina und Sepp Gehwolf, der nicht nur aufgrund seiner bekannten Almfahrt zum Tappenkarsee, sondern auch als begnadeter Rossbauer einen hohen Bekanntheitsgrad erlangen durfte.
Die durchaus berechtigte Meinung, dass sich Kombinationshaltung und Tierkomfort gegenseitig nicht ausschließen, kam beim Anblick der Griesbauernkühe mehr als deutlich zutage. Die Kühe präsentierten sich nicht nur im schönsten Kleid, sondern konnten aufgrund der Dichte an Töchtern von Malteser und Fallwind ein ansprechendes Bild der Vätervererbung zeichnen.
Wenn Familie Gehwolf auch immer wieder kräftig in den Kauf von männlicher Genetik investiert (aktuell mit Teststier FAUN, der beim Herbststiermarkt erworben wurde), so tritt sie demnächst aus als Stierzüchter bzw. Verkäufer auf - beim Frühjahrsstiermarkt am 27. März mit einem MORBUS x REMON-Zuchtstier.
Familie Riepler, Jandl, Wagrain
Wie schnell die Zeit vergeht, wurde beim Abschluss des Tages bewusst - liegen seit dem letzten Besuch des Südtiroler-Züchterausschusses am Jandlhof in Wagrain ganze neun Jahre dazwischen. Unverändert nach all den Jahren zeigt sich die Qualität der Kühe von Andreas Riepler, die sich wie aufgefädelt schön präsentierten und den züchterischen Anspruch des Jandlbauern unverkennbar spiegelten.
Neben all den leistungsstarken Kühen galt das Visier auch einer altbekannten Schausiegerin - GAMS (V.Rado) sowie deren Enkeltöchter (aus Germanus), in denen sich die überdurchschnittliche Euterqualität und der gute Gesamteindruck ihrer Großmutter vielfach widerspiegeln dürfte!
Der Gesamteindruck dürfte aber insgesamt ein sehr guter gewesen sein - geben solche BIlder berechtigten Anlass zu Freude und Optimismus. Vor allem aber spiegeln sie den enormen Fleiß, der für die tägliche Arbeit mit Zuchttieren auch unbedingt vonnöten ist.
Den vier Züchterfamilien Rainer, Fritzenwallner, Gehwolf und Riepler darf an dieser Stelle zu ihren qualitätsvollen Kuhherden von Herzern gratuliert werden. SIe lieferten eindrucksvoll den Beweis, was konsequente und selektive Zucht zu bieten hat und zeigten ein großartiges Bild unserer Original Pinzgauer-Rinderzucht!
Ein herzliches Vergelt's Gott für das bereitwillige Öffnen von Tür und Tor, die Gastfreundschaft und den ehrlichen Meinungs- und Gedankenaustausch, der den größten Wert einer Gemeinschaft ausmacht!
Christina Sendlhofer























