Zum Hauptinhalt springen

Verpflichtende Herkunftskennzeichnung

Das Recht eines jeden Konsumenten - zu wissen, woher das Gericht am Teller stammt!
Das Recht eines jeden Konsumenten - zu wissen, woher das Gericht am Teller stammt!
Unsere Direktvermarkter zeigen's vor!
Unsere Direktvermarkter zeigen's vor!
Ministerin Elisabeth Köstinger konnte sich anlässlich ihres Tirol-Besuchs von der Vehemenz der bäuerlichen Vertretung überzeugen!
Ministerin Elisabeth Köstinger konnte sich anlässlich ihres Tirol-Besuchs von der Vehemenz der bäuerlichen Vertretung überzeugen!

Nachvollziehbare, transparente Produktion - von der Schlachtung bis zur Speisekarte!

Die ARGE Pinzgauer Rinderzuchtverbände fordert die verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf dem Teller und in allen verarbeiteten Lebensmitteln! Die Herkunft der Lebensmittel muss lückenlos und eindeutig bis zum Endkonsumenten hin erkennbar sein! 

Dem wachsenden Bewusstsein in der Bevölkerung für Nachhaltigkeit, Umwelt, Tierwohl, artgerechte Fütterung und Haltung von Tieren und Regionalität muss über eine lückenlose und leicht nachvollziehbare verpflichtende Herkunftskennzeichnung Rechnung getragen werden. Sowohl bei verarbeiteten Lebensmitteln als auch auf den Tellern in der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie muss gekennzeichnet werden, woher diese Produkte stammen!

Die Bedeutung der heimischen Produktion und einer Selbstversorgung von 100 % zeigt uns auch die jüngste COVID-19 Krise. Neben einer verlässlichen Versorgung mit Hygieneartikeln, der Gesundheitsversorgung und der Energieversorgung ist auch die gesicherte Lebensmittelversorgung essenziell! Die heimischen Bäuerinnen und Bauern müssen als wichtige Stützen in der Versorgungs- und Ernährungssicherheit auch in „Nichtkrisenzeiten“ über heimische Absatzmärkte ihren Rückhalt finden. 

Als aktuelles Beispiel können die Kälbermast und der Kalbfleischverbrauch in Österreich angeführt werden, 
bei Kalbfleisch liegt der Selbstversorgungsgrad bei nicht einmal 30 %! Österreich muss massenhaft Kalbfleisch importieren und im Gegenzug wird ein hoher Anteil der Kälber exportiert.

In Österreich haben wir eine Landwirtschaft mit hohen Sozial-, Umwelt- und Produktionsstandards. Importlebensmittel, die unzählige Transportkilometer hinter sich haben, sollten nicht einfach so anonym auf den Tellern landen, sondern gekennzeichnet werden! 
Der weltweite, umweltbelastende Warenverkehr im Lebensmittelbereich kann durch eine höhere Regionalität reduziert werden und der ökologische Fußabdruck dadurch wesentlich verbessert werden! 
Viel diskutierte Lebendtiertransporte können auch somit verringert werden.

Für Österreich als Tourismusland spielt nicht nur die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel eine wichtige Rolle, sondern auch die Erhaltung und Bewirtschaftung unserer unverwechselbaren Kulturlandschaft durch die heimischen Bauern und Bäuerinnen ist existenziell!
Mit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung gibt man den Konsumenten und Endverbrauchern die Chance, selbst zu entscheiden, welche Produktionsstandards und Herkunftsländer durch den Kauf unterstützt werden!

Unsere Anliegen und Forderungen:

Wir fordern vom Landwirt:
• Sorgfältige Einhaltung der geltenden Produktionsrichtlinien
• Sicherstellung der ausreichenden Lebensmittelproduktion in den möglichen Bereichen
• Hohe Qualitätsstandards

Wir fordern vom Konsumenten:
• Bevorzugt Produkte wählen, die bei allen Produktionsstufen österreichische Herkunft nachweisen und eine Bewusstseinsbildung für Regionalität
• Die Herkunft der Lebensmittel beim Einkauf beachten
• Verlangen einer Auskunft über eine gesicherte Herkunft der Lebensmittel in der Gastronomie

Wir fordern vom Handel und der Gastronomie:
• Verpflichtende Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel
• Leicht erkennbare Herkunftskennzeichnung
• Besondere Auslobung heimischer Lebensmittel

Wir fordern von der Politik:
• Gesetzliche Regelung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel
• Gesetzliche Regelung für eine leicht erkennbare Herkunftskennzeichnung
• Unterstützung der heimischen, bäuerlichen Landwirtschaft zur Sicherung der Lebensmittelversorgung

Im Sinne der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in der Landwirtschaft bitte ich als Obmann der ARGE Pinzgauer Rinderzuchtverbände nicht nur um eine Kenntnisnahme der Forderungen, sondern um eine breite Unterstützung und Umsetzung unserer Anliegen.

Christian Dullnigg 
Obmann ARGE Pinzgauer Rinderzuchtverbände


Die Forderung nach einer verpflichteten Herkunftskennzeichnung am Teller haben die Vertreter der Rinderzucht Ministerin Frau Elisabeth Köstinger bei ihrem Tirolbesuch mit Nachdruck mitgegeben. Im Rahmen ihres Tirol-Besuches Ende August besuchte sie auch den Hof der Milchbuben Thomas und Markus in Hopfgarten, den beiden Söhnen des Aufsichtsratsvorsitzenden der Rinderzucht Tirol Kaspar Ehammer. Dabei konnten AR-Vorsitzender Kaspar Ehammer und ZAR-Obmann Stefan Lindner dieses Anliegen für die verpflichtende Herkunftskennzeichnung vorstellen und mitgeben. Sowohl Rinderzucht Tirol wie auch die Dachorganisation Rinderzucht Austria (ZAR) mit fast 22.000 Mitgliedsbetrieben haben in ihren Gremien diese Forderung einstimmig beschlossen. Anschließend führte sie der Weg zum Sommergespräch auf den Hof des Rinderzucht Tirol Aufsichtsrates und Grauvieh-Obmannes Hans Pittl, wo diese Forderung noch einmal bekundet wurde. Begleitet wurde die Ministerin von den höchsten bäuerlichen Vertretern des Landes mit LH-Stv. Josef Geisler und Präsident und Nationalrat Josef Hechenberger.

„Corona hat uns gezeigt, wie wichtig Ernährungs- und Versorgungssicherheit für die Bevölkerung sind“, so Kaspar Ehammer. Die heimische Landwirtschaft versorgt und dann noch mit Lebensmittel, wenn die Grenzen geschlossen sind. Nun müssen aber dazu die Begleitwerkzeuge geschaffen werden, damit die österreichische Landwirtschaft diesen systemrelevanten Auftrag leisten kann. Aktuell läuft ein beinharter Verdrängungswettkampf auf dem Markt. Die heimische Produktion wird ausgetauscht durch billige anonyme Importlebensmittel. ZAR-Obmann Stefan Lindner erklärte dies am Beispiel Kalbfleisch. Vor 10 Jahren waren noch 2/3 des in Österreich verzehrten Kalbfleisches heimisch, heute sind es nur mehr 1/3. Das mittlere Drittel wurde ausgetauscht: Heimische Kalbfleischproduzenten warfen das Handtuch und wurden ersetzt durch Importkalbfleisch! Wenn man das 10 Jahre weiterrechnet, so kommt dann voraussichtlich fast das gesamte 100 % Kalbfleisch aus anderen Ländern. Diese Entwicklung gibt es nicht nur beim Kalbfleisch, sondern auch bei anderen Produkten in der österreichischen Landwirtschaft. Umso mehr müssen jetzt Regeln geschaffen werden, diesen Austausch zu verhindern, damit im Falle einer weiteren Krisenzeit die österreichische Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln ernährt werden kann! Mit der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung gibt man dem Konsumenten und Produzenten eine faire Chance in der Auswahl der Lebensmittel und der Entscheidung über die zukünftige Entwicklung der Versorgungssicherheit, so Ehammer und Lindner unisono abschließend in ihren Worten.

Zurück