Wenn die Züchterjugend auf Reisen geht...

Eindrucksvolle Tage im herbstlichen Südtirol
Mit einiger Verspätung, aber bester Laune ging die Reise Freitag Mittag los. Ein Bus mit 27 motivierten Pinzgauer (Jung-)Züchtern trat den Weg Richtung Südtirol an. Die Hinfahrt über den Brenner führte uns zu unserem ersten Reiseziel, dem Tantscherhof des Südtiroler Jungzüchterobmannes Matthias Ploner in Lajen. Seine qualitätsvollen Kühe genießen dort schönstes Panorama im Auslauf seines neu erbauten Laufstalles.
Nach einer köstlichen Stärkung mit Speck, der in der familieneigenen Metzgerei produziert wird und Schüttelbrot ging es weiter zum Nachbarn, dem Moarbauern Josef Ploner.
Nachdem wir unsere Unterkunft, die Pension Zirm in St. Peter bezogen haben, ging es auch schon weiter zum Unterfinser Hof. Dort ließen wir den Tag mit einem gemütlichen Törggelenabend ausklingen.
Törggelen ist ein Südtiroler Brauch im Herbst, in einer geselligen Runde eine Mahlzeit einzunehmen. Typisch für’s Törggelen ist Junger Wein als Getränk. Dazu wurden verschiedene Südtiroler Spezialitäten wie Schlutzkrapfen, Gerstlsuppe, und Surfleisch mit Sauerkraut serviert.
Als Snack obendrauf gab es „Keschtn“, geröstete Kastanien.
Für einige etwas früher, für andere etwas später ging es zurück zu unserer Unterkunft zur Nachtruhe.
Gut gestärkt nach einem leckeren Frühstück setzten wir unsere Reise am nächsten Morgen nach Mühlwald fort, zur „Heimfahrt“ der Familie Unterhofer, Großgasteiger.
Dort wurden die „gschnigelten und gstriegelten“ Kühe und Kälber auf den letzten Kilometern ihrer Heimreise vom Geläute ihrer mächtigen Glocken begleitet.
Dazu gab‘s „Töpfnudl“ und Schnaps von den Sennerinnen.
Weiter ging unsere Reise nach St. Jakob ins Ahrntal, zum Almabtrieb der Familie Stolzlechner, Niederkofl.
Auch diese Kühe repräsentierten einmal mehr die wertvolle Pinzgauerzucht unserer Südtiroler Kollegen.
Nach einer Graukasjausn bezogen wir unsere Unterkunft Gasthof Garber in St. Jakob und ließen beim Kirchweihfest die Nacht zum Tag werden.
Für die, die sich am nächsten Morgen schon früher aus den Betten wälzen konnten, gab es vor der Abreise noch eine Betriebsbesichtigung gleich neben der Herberge.
Zwar gab es dort keine Pinzgauer, dafür aber behornte Grauviehrinder der Betriebsgemeinschaft von Walter Steger und Franz Prenn. Die Tiere werden in einem Kaltlaufstall mit Melkroboter gehalten.
Als auch die Letzten wieder auf den Beinen waren, ging es vor der Heimreise über den Felbertauern noch zum Erntedankfest in Ahornach.
Jung und Alt mischten mit. Von den „Jungschuachplattlern“ bis hin zum Muaskochn auf einem umfunktionierten Mäher.
Dort erlebten wir auch das „Ausfahren“ von vier Ahornacher Bauern.
Das „Ausfahren“ ist ein alter Brauch, bei dem die Bauern das gesunde Heimkommen ihrer Rinder eine Woche später nochmals im Dorf feierten.
Mit dabei waren unter anderem die Familie Ebenkofer, Oberpichler und Familie Kirchler, Meraleiter sowie zwei weitere Fleckviehbetriebe.
Ein herzliches Dankeschön an alle unsere Südtiroler Kollegen und Freunde für den Einblick und die Gastfreundschaft auf ihren Höfen und die Hilfe beim Organisieren, unserem Obmann Josef Berger für die Reiseleitung und allen Mitreisenden, denn ohne eine solche Gruppe wäre eine Reise nur halb so lustig.
Anna Schmiderer






