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XII. Pinzgauer Weltkongress 2018

Österreich zeigt sich von seiner schönsten Seite!

Nach 20 Jahren, der letzte Kongress fand in Österreich 1998 statt, war das Stammzuchtgebiet der Pinzgauer Rasse wieder der Treffpunkt für Pinzgauer Züchter aus aller Welt. 60 Teilnehmer aus Australien, der USA und Kanada, Südafrika, Großbritannien, Italien, der Slowakei und Österreich konnten am Beginn der Kongresstour in Wien begrüßt werden. Am Ende der Reise bei der Pinzgauer Länderschau waren insgesamt 12 Nationen beim Ländereinzug dabei, zusätzlich noch die Schweiz, Liechtenstein, Dänemark und Deutschland.

Unser Ziel der Kongressreise durch die Bundesländer war es, den Teilnehmern die vielfältige Kulturlandschaft und Landwirtschaft Österreichs sowie unsere Geschichte und Kultur näherzubringen. Gestartet wurde in Wien. Nach dem Eintreffen der Delegationen wurden wir von der Rinderzucht Austria zum Tafelspitz beim Plachutta eingeladen und der XII. Kongress durch Weltpräsident Hans Scharfetter und dem Obmann der Rinderzucht Austria Stefan Lindner eröffnet.

Der nächste Tag in Wien stand ganz im Zeichen der jahrhundertealten Geschichte und Tradition unserer Bundeshauptstadt - die Morgenarbeit der Lipizzaner in der Spanischen Hofreitschule, eine Stadtführung durch die Innere Stadt, Mittagessen in einem typischen Wiener Beisl, das Sommerschloss der Habsburger Schönbrunn sowie ein klassisches Strauß und Mozart-Konzert am Abend.

Die Steiermark war unser nächstes Ziel – hier präsentierten wir Österreich von seiner kulinarischen Seite, Vulcano-Schinken, Edelbrände und Essig von Gölles sowie eine Weinverkostung auf Schloss Seggau, das uns auch als wunderschöner Übernachtungsort diente.

Unser südlicher Nachbar Kärnten war eines der ersten Highlights. Begleitet von prachtvollem Frühlingswetter präsentierte sich Kärnten von seiner schönsten Seite – schneebedeckte Berge, klare Seen, traumhafte Landschaften und Pinzgauer Rinder in bester Qualität. Die Zuchtbetriebe der Familie Schnitzer, Jaklbauer in Himmelberg, Familie Gleissner in St. Lorenzen sowie die Landwirtschaftliche Fachschule Litzlhof in Lendorf öffneten für die Kongressteilnehmer ihre Stalltüren und unterstrichen ihre Gastfreundschaft mit hausgemachen Speisen und Getränken. In der Rindervermarktungsanlage St. Donat stellte sich kärntnerrind vor und das Land Kärnten lud zu einem wunderbaren Rindfleischessen mit Tafelspitz aus dem Smoker und Beiried vom Grill.

Goldegg im schönen Salzburger Land war unser Ausgangspunkt im zweiten Teil der Reise um das Stammzuchtgebiet der Pinzgauer nördlich der Hohen Tauern zu erkunden. Hier geht ein spezieller Dank an die Zuchtbetriebe Familie Riepler, Jandlbauer in Wagrain, Familie Dick, Lackenbauer in Maishofen, Familie Maislinger, Gastagwirt in Eugendorf, Familie Scharfetter, Weitmoser in Bad Hofgastein sowie die Landwirtschaftliche Fachschule Bruck mit dem Piffgut. Den Teilnehmern wurde beste Pinzgauer Genetik aller Nutzungsrichtungen vorgestellt, die ganze Bandbreite von der milchbetonten Kreuzungskuh, der reinrassigen Milchkuh im Doppelnutzungstyp bis zur genetisch hornlosen Mutterkuhherde. Das weltweite Interesse gilt hier vor allem der Doppelnutzungsgenetik sowie reinerbig hornlosen und auch schwarzen Stieren.

Die Stadt Salzburg beeindruckte die Teilnehmer mit ihren Bauwerken und Kulturschätzen, die bei einem Rundgang durch das Domquartier präsentiert wurden. Im Kühnburgsaal der Neuen Residenz hieß Landtagspräsident Dr. Josef Schöchl alle Teilnehmer im Namen des Landes Salzburg herzlich willkommen. Bei einem Glas Wein und hausgemachten Produkten, kredenzt von Schülerinnen der LFS Bruck, wurde ausgiebig Information zwischen den Ländern ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und Freundschaften geschlossen.

Am Donnerstag, den 26 April fand im Schloss Goldegg der Kongresstag des XII. Pinzgauer Weltkongress mit über 100 Teilnehmern statt. Wissenschaftler und Experten aus Österreich, Deutschland und Südtirol stellten die Ergebnisse ihrer Arbeit und Forschung vor. Die Berichte dazu können im Kongressband nachgelesen werden. 

Am Nachmittag präsentierten die einzelnen Mitgliedsländer ihre Berichte über den Stand der Pinzgauer Zucht. Ebenso stand die Wahl der Organe der Internationalen Pinzgauer Rinderzüchter Vereinigung an. Präsident Hans Scharfetter aus Österreich sowie die zwei Vizepräsidenten Tommie van Zyl aus Südafrika sowie Jan Paciga aus der Slowakei wurden in ihrem Amt bestätigt. Ihnen stehen im Exekutivausschuss Ray Price aus Australien, Fanie Potgieter aus Südafrika, Siegfried Gatterer aus Italien, Jerry De Smith aus den USA sowie Christian Dullnigg aus Österreich zur Seite. Als Generalsekretär wurde Mathias Kinberger für die nächsten fünf Jahre bestätigt. Die nächste Direktoriumssitzung wird 2020 in Australien stattfinden, der nächste Kongress voraussichtlich 2023 in den USA.

Höhepunkt der Kongressreise war die Pinzgauer Länderschau in Maishofen. Mit viel Stolz zogen die Fahnenträger der internationalen Delegationen beim Ländereinzug am Samstagabend ein. Die große Anzahl von Tieren und der sehr guten Qualität der Zuchttiere beeindruckten Züchter aus aller Welt. Auf großes Interesse stießen hier vor allem die Reinzuchtgruppen sowie die Fleischrinder, hier vor allem die Stiere. Pinzgauer werden außerhalb Europas ausschließlich als Fleischrind gezüchtet. Die Begeisterung von Jung bis Alt für die Pinzgauer Zucht war beeindruckend für die Teilnehmer.

Zwei weitere Punkte der Kongressreise sind hervorzuheben, die Kulinarik in Österreich sowie unsere Volkskultur, die bleibende Eindrücke hinterlassen hat. Die traditionsreiche Küche, hier vor allem auch rund ums Rindfleisch, vom Ochs am Spieß bis zum klassischen gekochtem Rindfleisch, sowie eine gehobene Esskultur zeugen von einer langen Geschichte. Ebenso die Darbietungen vom Männergesangsverein Fellach-Oberdörfer, der Volkstansgruppe Die lustigen Baukogler aus Taxenbach, der Schuimusi der LFS Bruck sowie der Tanzlmusi und den Weisenbläsern aus Maishofen.

Die Pinzgauer Rinderzucht in Österreich hat im April 2018 ein starkes Lebenszeichen von sich gegeben und die Teilnehmer sind mit vielen Eindrücken und Motivation wieder in ihre Länder abgereist. Ich darf hier mit den Worten unseres Präsidenten schließen: „Lasst das Feuer brennen."

Mathias Kinberger, IPCBA

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