Zu Besuch bei Freunden in Kärnten!
Beeindruckende Kärnten-Tour des Tiroler Vorstandes!
Wie jedes Jahr machte der Vorstand der Tiroler Pinzgauer Züchter im Herbst seinen traditionellen Ausflug. Diesmal führte uns der Weg in den Süden von Österreich, nach Kärnten.
Familie Wieser, Preislhof
Erste Station war nach einer längeren Fahrt die neue Heimat von Peter Altenberger in Feldkirchen. Peter ist Ausschussmitglied bei den Pinzgauer Züchtern in Tirol und wird mit seiner Frau Nicole den Betrieb seiner Schwiegereltern Meinrad und Gabriele Wieser übernehmen.
Nach einer guten Jause mit selbstgemachten Kärntner Spezialitäten stellte uns Peter den Preislhof vor. Es werden ca. 90 ha landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet. Der Viehbestand besteht aus ca. 40 Milchkühen der Rassen Holstein, Fleckvieh, Pinzgauer und Jersey, 8 Pinzgauer Mutterkühen und ca. 100 Stück Jung- bzw. Mastvieh. Sämtliche Stierkälber außer den Milchrassekälbern werden kastriert und am Hof aufgezogen und gemästet. Auch etliche Schweine gehören zum Tierbestand, diese werden zu selbstgemachten Wurst- und Selchwaren verarbeitet. Die Milchkühe werden auf einem Pachtbetrieb, einem alten Gutsbetrieb, gehalten und gehen in der Vegetationszeit Tag und Nacht auf die Weide und kommen nur zum Melken in den Stall. Der gesamte Tierbestand ist in drei Ställen untergebracht. Am Heimbetrieb wurden neben dem alten Stall, indem die Kälber untergebracht sind, noch ein neuer Stall für das Jungvieh und den Mastrindern errichtet. Ziel ist es am Heimbetrieb auch einen neuen Stall für die Milchkühe zu errichten. Neben Dauergrünland und Weiden gibt es noch Ackerflächen, wo das gesamte Getreide für die Tiere und Silomais angebaut wird. Am Preislhof gibt es auch einen eigenen Schlachtraum und drei Ferienwohnungen. Es gibt viel zu sehen, die Zeit verging wie im Flug und wir mussten schon wieder weiter.
Wir wünschen Peter weiterhin viel Erfolg und Glück in seiner neuen Heimat.
Familie Schnitzer,Jaklbauer
Als nächstes wurde der Betrieb vom Obmann der Pinzgauer Züchter in Kärnten, Horst Schnitzer vlg. Jaklbauer, ebenfalls in Feldkirchen besucht. Horst bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Familie einen Betrieb mit ca. 35 Kühen, jeweils zur Hälfe Milch- und Mutterkühe. Neben Dauergrünland wird auch Silomais und Wechselwiesen angebaut.
Die Mutterkühe und das Jungvieh verbringen den Sommer auf der Alm. Der alte Stall wurde durch einen einfachen, aber sehr zweckmäßigen Zubau in einen Laufstall umgebaut. Extrem beeindruckt hat die reinrassige Pinzgauer Herde. Vor allem die Mutterkuhherde konnte durch ihre fleischbetonten, rahmigen Tiere überzeugen. Es stehen auch vier enorm entwickelte Zuchtstiere am Betrieb, wovon zwei auf dem Herbststiermarkt versteigert werden. Diese konnte durch ihre Entwicklung und ihre Fleischigkeit überzeugen. Die Pinzgauer Fleischrinderzucht hat sich in Kärnten in den letzten Jahren sehr gut weiterentwickelt. Die Herdebuchkühe in der Mutterkuhhaltung wurden in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Die Qualität der Herde am Jaklhof spiegelt die konsequente Zuchtarbeit der letzten Jahre wider.
Vermarktet werden die nicht zur Zucht verwendeten Tiere mit einem Alter von 10 bis 14 Monaten über die Genossenschaft „Nockfleisch". Das durchschnittliche Schlachtgewicht beträgt beachtliche 300 kg, wodurch sehr gute Erlöse erzielt werden können. Der leidenschaftliche Bauer macht nebenbei noch Spezialbaumfällung im kommunalen Bereich.
Mit vielen positiven Eindrücken und großer Vorfreude auf die große Länderschau im Frühjahr, wo wir eine hervorragende Qualität an Mutterkuhtieren aus Kärnten erwarten dürfen, ging unsere Reise weiter.
Familie Auernig
Nach dem Mittagessen besuchten wir den Obmann Stellvertreter der ZAR, Sebastian Auernig ebenfalls in Feldkirchen. Gemeinsam mit seiner Familie bewirtschaftet er einen Fleckviehzuchtbetrieb mit ca. 40 Kühen. Sebastian hat zahlreiche öffentliche Funktionen, er ist unter anderem Obmann der ARGE Fleckvieh, Obmann des Kärntner Rinderzuchtverbandes und ist beruflich Direktor der Landwirtschaftsschule Althofen. Seit einigen Jahren werden die Kühe von einem Melkroboter gemolken. Der Stall wurde umgebaut und um einen Laufhof und einen außenliegenden Futtertisch erweitert. Die durchschnittliche Leistung der voll im Doppelnutzungstyp stehenden Herde beträgt über 10.000 kg Milch. Gefüttert wird mit einem Futtermischwagen. Das gesamte Jungvieh verbringt den Sommer auf der Alm.
Es wurde viel fachgesimpelt und es ist schön zu sehen, wenn wir in der österreichischen Rinderzucht solche Funktionäre wie Sebastian haben, die praktizierende Landwirte sind und sich mit vollen Elan und Weitblick für die Belange der Rinderzucht einsetzen. Die Zeit drängte und wir mussten wieder aufbrechen.
Litzlhof
Die letzte Station war der bekannte Pinzgauer Zuchtbetrieb der Landwirtschaftsschule Litzlhof. Gerhard Mikitsch erwartete uns schon und zeigte uns das hocherlesene Inventar des 2003 neu errichteten Laufstalles. Unter den 45 Kühen sind einige sehr hochdekorierte Kühe, die auf verschiedenen Schauen erfolgreich waren. Die Pinzgauer x RF – Herde kann durch beste Euteranlagen, durch ihren Rahmen und durch die Korrektheit in den Körperformen überzeugen. Wenn Gerhard seine Herde vorstellt, spürt man mit welcher Begeisterung er bei der Arbeit ist und seine Leidenschaft für schöne Kühe. Auch vom Litzlhof darf man vieles erwarten bei der großen Schau im Frühjahr. Nach einer geselligen Kaffeejause und vielen Diskussionen im alten Stall, der mittlerweile in Schulungsräume umgebaut worden ist, brachen wir wieder nach Hause auf.
Wir möchten uns bei allen recht herzlich für die interessanten Einblicke in die Betriebe und für die sehr gastfreundliche Aufnahme bedanken. Wir waren beeindruckt von der Landwirtschaft und im speziellen von der Pinzgauer Zucht in Kärnten. Wir wünschen allen weiterhin viel Erfolg und Gesundheit in Haus und Hof.
GF Thomas Edenhauser





