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Zuchtziel der Pinzgauer-Züchter in Österreich

Pinzgauer-Züchter haben Perspektiven! Kapitale Zweitkalbskuh AFRA (V.Rat) von Josef Innerhofer, Roaner in Saalfelden

Ergebnisse der Opti-Gene Züchterbefragung

Im Rahmen des Projektes OptiGene wurde im Vorjahr eine Befragung der Züchter der Rassen Pinzgauer, Fleckvieh, Braunvieh und Grauvieh in Österreich durchgeführt.
Die Auswertungen zeigen, worauf es den Pinzgauer-Züchtern ankommt: fruchtbare, langlebige Tiere mit guter Milchleistung.

Von 15. März bis 8. August 2012 waren die Zuchtbetriebe der Rassen Pinzgauer, Fleckvieh, Braunvieh und Grauvieh aufgefordert, an einer Online-Befragung teilzunehmen, um so bei der Weiterentwicklung der rassenspezifischen Zuchtprogramme ihre eigene Meinung und Erfahrungen einzubringen. Insgesamt kamen in Österreich etwas mehr als 2200 Zuchtbetriebe dieser Aufforderung nach. Dies entspricht einer Rücklaufquote von durchschnittlich 11 Prozent. Für derartige Umfragen ist dies ein durchaus erfreuliches Ergebnis, welche eine repräsentative Auswertung der Daten zu lässt. Von allen vier teilgenommenen Rassen haben die Züchter der Rasse Pinzgauer mit über 14 Prozent die höchste Rücklaufquote erreicht.

Das persönliche Zuchtziel

Abbildung 1 zeigt, was den Pinzgauer-Züchtern wirklich am Herzen liegt: Vordergründig wünschen sie sich fruchtbare Kühe, die über viele Jahre Milch mit ausreichend Inhaltsstoffen produzieren. Aber auch Merkmale wie Euter, Persistenz und Gesundheit zählen zu den Fixpunkten im Zuchtziel der Landwirte. Über 50 Prozent der Landwirte wollen in diesen Merkmalen züchterisch eine mittlere bis sehr starke Verbesserung erreichen.

Der Vergleich des Zuchtziels bei unterschiedlichen Leistungsniveaus der Herde zeigt, dass bei höherer Milchleistung einige Merkmale an Bedeutung gewinnen, während die Milch- und Fleischleistung etwas zurückfällt. Speziell auf Euterform, Euter-Gesundheit und Melkbarkeit legen Zuchtbetriebe mit höherer Herdenleistung etwas mehr Augenmerk.

Abbildung 1:Bedeutung verschiedener Merkmale im persönlichen Zuchtziel der Pinzgauer-Züchter bei unterschiedlichen Leistungsniveaus.

Abbildung 2 stellt die Gewichtung der Merkmalskomplexe Milch, Fleisch, Exterieur und Fitness im persönlichen Zuchtziel der befragten Rassen gegenüber. Es zeichnet sich recht deutlich ab, dass die Pinzgauer-Züchter im Vergleich zu ihren Kollegen den Milchmerkmalen, aber auch dem Fitness-Komplex, eine höhere Bedeutung beimessen. Im Durchschnitt liegt die Gewichtung der Milchmerkmalen bei knapp 40 Prozent eindeutig an erster Stelle, gefolgt von der Fitness mit 32 Prozent. Die restlichen knapp 30 Prozent teilen sich die Exterieur- und Fleischmerkmale.

Abbildung 2: Vergleich der Gewichtung der Merkmalskomplexe Milch, Fleisch, Exterieur und Fitness zwischen den Rassen Fleckvieh, Braunvieh, Pinzgauer und Grauvieh.

Forderung nach Zuchtwertschätzung für weitere Merkmale

Wie Abbildung 3 zeigt, wünschen sich über 50 Prozent der Pinzgauer-Züchter die Entwicklung einer Zuchtwertschätzung für weitere Merkmale. Vor allem bei den Themenbereichen gegenseitiges Besaugen, Klauen-Gesundheit, Futter- bzw. Energieeffizienz und Stoffwechselstabilität sehen die Befragten einen besonders hohen Handlungsbedarf. Zuchtbetriebe mit einer durchschnittlichen Herdenleistung über 6000 kg messen Stoffwechselstabilität und Nabelbruch eine noch etwas höhere Bedeutung zu.

Von Seiten der Wissenschaft und Forschung sind in einigen dieser Bereiche in den nächsten Jahren bereits Forschungsprojekte geplant. Der Erfolg einer treffsicheren Zuchtwertschätzung ist allerdings immer von der Qualität der Leistungskontrolle und Aufzeichnung tierspezifischer Ausprägungen abhängig. Deshalb ist für eine erfolgreiche Zucht auf diese gewünschten neuen Merkmale die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Bauern, Tierärzten, Kontroll- und Zuchtverbänden sowie der Wissenschaft und Forschung unbedingt notwendig. 

Abbildung 3:Bedeutung weiterer Merkmale, für die es derzeit noch keine Zuchtwertschätzung gibt, nach durchschnittlicher Herdenleistung.

Tierzucht entwickelt sich weiter

Die Tierzucht ist ein Themengebiet, welches sich wohl immer weiter entwickeln wird. Neue Methoden und technologischer Fortschritt, Änderungen der Rahmen- und Umweltbedingungen, Reaktionen auf politische Vorgaben, ... – aber auch die Veränderung des eigentlichen Zuchtziels der Züchter selbst, fordern immer wieder die Anpassung unserer Zuchtprogramme und Entwicklung einer Leistungskontrolle und Zuchtwertschätzung für weitere Merkmale. Hierbei ist eine gute Zusammenarbeit vieler Partner notwendig, um in Österreich eine konkurrenzfähige Tierzucht und landwirtschaftliche Produktion nachhaltig zu stärken.

Allen an der Umfrage teilgenommenen Züchterinnen und Züchtern sei an dieser Stelle ein großes Danke ausgesprochen. Sie haben damit einen wesentlichen Teil an der Weiterentwicklung unserer Rinderzuchtprogramme in Österreich beigetragen. Auch allen Partnern des Projektes OptiGene gilt der Dank für die gute Zusammenarbeit und laufende Unterstützung.

DI Franz Steininger, Zuchtdata

 

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