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Betriebsreportage: Familie Zehentner, Oberpiebing, Saalfelden

Leidenschaft für Zucht und Herdenmanagement

Vorbildliches Betriebsmanagement, ein gutes Gespür für die Tiere und ein starker familiärer Zusammenhalt zeichnen den Betrieb der Familie Zehentner, Oberpiebing in Saalfelden aus.

 

Geschichte

Der Oberpiebinghof befindet sich im Ortsteil Lenzing/Piebing in Saalfelden. Seine Verbindung zur Familie Zehentner begann im Jahr 1962, als Bartholomäus und Katharina Zehentner den Hof zunächst pachteten. Vier Jahre später konnten sie den Hof durch einen Kauf auf Leibrente in ihr Eigentum übernehmen und damit dauerhaft in Familienbesitz bringen. Im Jahr 1992 erfolgte die Übergabe des Hofes an die nächste Generation: Sohn Isidor  übernahm gemeinsam mit seiner Frau Karin die Bewirtschaftung des Oberpiebinghofes. Zum Betrieb gehört auch die Wölfleralm in Fusch, welche im Jahr 2012 käuflich erworben wurde. Seit vier Jahren wird der Hof in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesnbR) zwischen Karin und Sohn Herbert geführt und damit gemeinschaftlich bewirtschaftet. Betriebsführer Herbert widmet sich seither gemeinsam mit seiner Frau Katharina und den Kindern Paul und Antonia mit voller Hingabe der Landwirtschaft. Auch Isidor übernimmt nach wie vor wesentliche Aufgaben der täglichen Arbeit.

 

Betrieb

Zum biologisch bewirtschafteten Betrieb gehören insgesamt 41ha Grünland, 1ha Silomais, 20 ha Wald sowie die mit 24ha Almweidefläche große Wölflern-Alm in Fusch an der Großglocknerstraße. Während der Sommermonate sind die Milchkühe auf der Alm, und auch das Jungvieh verbringt diese Zeit auf der ebenfalls zur Hofwirtschaft gehörenden Schmalzgrubenalm in Fusch. Die gesamte Almweidefläche beträgt 192ha.  Die Alm wird mit großem Engagement und viel Herzblut bewirtschaftet. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sorgfältigen Almpflege, um eine hochwertige Futtergrundlage für die Tiere zu gewährleisten. Die Heimflächen sind arrondiert und werden in Eigenmechanisierung bewirtschaftet. Neben Silage und Heu wird auch seit einem Jahr ein Teil der Flächen für den Anbau von Silomais genutzt. Die Milchkuh-Herde wird im Laufstall mit großzügigen Liegeboxen und Zugang zu täglichem Auslauf gehalten. Für die ca. 45 Stk. weibliche Nachzucht wurde im Jahr 2007 ein Tretmiststall mit reichlich Einstreu für den Liegekomfort der Tiere erbaut.

 

Kühe und Vermarktung

Familie Zehentner setzt konsequent auf Original Pinzgauer-Rinder, die mit großer Überzeugung gezüchtet und gehalten werden. Das Ergebnis einer jahrelang strengen Selektion bei den Kühen ist eine Original Pinzgauer-Herde, die vor allem mit Stärken in der Doppelnutzung, in den Fundamenten und ansprechenden, gesunden Euteranlagen aufzeigt! Zurzeit umfasst der Bestand 39 Milchkühe mit einer durchschnittlichen Leistung von knapp 6.300 kg Milch sowie Inhaltsstoffen von 3,84 % Fett und 3,22 % Eiweiß. Die Fütterung ist stark grundfutterbasiert aufgebaut, wobei durch eine gezielte Rationsgestaltung eine ausreichende Energieversorgung der Milchkühe sichergestellt wird. Kraftfutter bekommen die Kühe als Lockfutter im Dreier-Tandemmelkstand, wobei hier maximal drei Kilogramm pro Kuh verfüttert werden. Die durchschnittliche Lebensleistung lag bei 16.149 Kilogramm Milch. Besonders bemerkenswert ist der sehr niedrige Zellzahlgehalt von durchschnittlich 95.000, der die ausgezeichnete Eutergesundheit der Herde unterstreicht. Mit einer durchschnittlichen Zwischenkalbezeit von 387 Tagen zeigt die Herde außerdem eine solide Fruchtbarkeit. Auf dem Betrieb wird großer Wert auf gute Persistenz und gesunde Euter gelegt, weshalb diese Merkmale bei der Anpaarung besonders berücksichtigt werden. Neben der jährlichen Aufzucht von ein bis zwei Original Pinzgauer-Sprungstieren werden auch noch 40-50% der Herde mit Besamungsstieren belegt. Ca. die Hälfte davon mit Teststieren, die unter Berücksichtigung der Linienvielfalt angepaart werden. Eine saisonale Abkalbung im Herbst wird angestrebt. Bis Ende März stand Zuchtstier LIAN (V.Limit) im Deckeinsatz, welcher aus einer exterieurstarken MAMUT-Tochter mit hervorragender Euteranlage und sechs Abkalbungen stammt. Anlässlich des Frühjahrsstiermarkt wurde dieser als Teststier selektiert und von Josef Berger, Grub in Saalbach angekauft.

Neben der Milchviehhaltung und somit als weiteres Standbein werden am Betrieb auch ca. 30 Stück Ochseneinsteller gehalten. Die männlichen Nachkommen im Alter von 4 bis 7 Monaten verbleiben bis Mitte April am Betrieb und wechseln anschließend zu Walter Bankhammer nach Anif. Auf seinen Flächen am Haunsberg in Nußdorf werden die Ochsen zur Mast aufgezogen und später zu hochwertigem Rindfleisch veredelt. Eine beispielgebende Kooperation die seit Jahren gut funktioniert.

Die Vermarktung der Jungkühe und Kühe erfolgt sowohl über die Versteigerung in Maishofen als auch direkt ab Hof. Zudem werden fast jedes Jahr trächtige Kalbinnen für den Export in die Schweiz verkauft. Die weibliche Nachzucht verbleibt zur Gänze am Betrieb. Die erzeugte Milch wird an die Pinzgau Milch geliefert.

 

Schau- und Zuchterfolge

Dass sich die hartnäckige Zuchtarbeit bezahlt macht, sieht man bei der gesamten Original Pinzgauer-Herde im Stall. Nicht umsonst wurden schon einige Tiere auf diversen Schauen ausgestellt. Besonders hervorzuheben ist hier sicherlich die Gebietsrinderschau Unteres Saalachtal im Jahr 2024, wo sich neben der Gesamtreservesiegerin ALMA (V.MAMUT) auch noch Jungkuh KERSCH (V.LENDL) und die Mehrkalbskühe ASTA (V.STREBER) und PREIS (V.RESTER) jeweils als Gruppensiegerinnen von Familie Zehentner im Schauring bestens präsentierten. Mutter von ALMA ist ANNA (V. FIDELIO), die derzeit älteste Kuh am Betrieb. Mit zehn Abkalbungen und einer Zwischenkalbezeit von 370 Tagen steht sie beispielhaft für Langlebigkeit und Fruchtbarkeit. Große züchterische Erfolge konnten auch mit der Original-Pinzgauer Kuh MUNTER (V. RESTER) erzielt werden. Sie ist nicht nur Stiermutter der beiden Besamungsstiere LESTER (V. LENZ) und MAMUT (V. MALZ) sondern konnte auch auf mehreren Schauen ihre Schönheit unter Beweis stellen. Mit dem Gruppensieg auf der Verbandsschau 2019 und dem Gruppenreservesieg bei der Pinzgauer-Länderschau 2018 konnten wahrlich tolle Erfolge gefeiert werden. Aktuell stehen noch zwei Nachkommen von MUNTER am Betrieb. Mit Drittkalbskuh MUSTER (V. LENDL) eine hoffnungsvolle Stiermutter und mit Zweitkalbskuh MUNTER (V. LIFTLER) eine Teilnehmerin des Pinzgauer-Jungkuhchampionats im Jahr 2025. Darüber hinaus stehen derzeit sieben Stiermütter am Betrieb, die die Vorzüge der Rasse in besonderem Maße widerspiegeln und vielversprechende Nachzuchten erwarten lassen.

 

Der Betrieb von Familie Zehentner zeigt eindrucksvoll, wie konsequente Zuchtarbeit, solides Herdenmanagement und eine klare betriebliche Ausrichtung zu nachhaltigem Erfolg führen kann. Mit großer Überzeugung widmet sich die Familie der Zucht der Rasse Original Pinzgauer und legt dabei besonderen Wert auf Funktionalität, Leistung und Langlebigkeit der Tiere. Die Kombination aus Erfahrung, Engagement und einer klaren Zuchtstrategie bildet die Grundlage für die positive Entwicklung des Betriebes. Damit leistet der „Oberpiebinghof“ auch einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und zum Erhalt der traditionsreichen Pinzgauer Rasse.

 

Florian Neumayr


 

Betriebsdaten:

  • Lage: Saalachtal, Lenzing
  • Seehöhe: 730m
  • Familie: Herbert mit Katharina und Kinder Paul u. Antonia, Isidor und Karin (Eltern), Katharina (Oma)
  • Betriebsspiegel: Biologischer Milchviehbetrieb mit 39 Original Pinzgauer Kühen und eigener Nachzucht (insgesamt rund 115 Rinder), durchschnittliche Milchleistung: 6.300 kg, 36ha mehrmähdiges Grünland (davon 16ha Pacht), 5ha Hutweide, 20ha Wald, 192ha Almfläche davon 24ha Wölfleralm (Eigenalm), 168ha Wimmhof+Schmalzgrube (Pacht), Ochseneinsteller-Verkauf, Stierzucht
  • Herdenmanagement: Gute Grundfutterqualität sehr wichtig, Kraftfutteraufwand so gering wie möglich, durch. Zellzahl 95.000, durch ZKZ 387 Tage, durch. Lebensleistung 16.149 kg, Mitglied beim LKV und Rinderzucht Salzburg

 

Leistungsentwicklung:

Jahr

Kuhzahl

M-kg

F %

E %

F+E kg

2022

27,8

6.383

3,63

3,17

434

2023

30,4

6.181

3,67

3,22

426

2024

31,9

6.755

3,74

3,21

470

2025

35,0

6.238

3,86

3,23

443

 

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Familie Zehentner, Katharina u. Herbert mit Antonia u. Paul, Oma Kathi, Karin u. Isidor
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Das mit schöner Blumenpracht geschmückte Bauernhaus
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Die gesamte Milchviehherde verbringt den Sommer auf der Alm in Fusch
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Die weibliche Nachzucht im Tretmiststall, welcher 2007 erbaut wurde
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"Paradekuh" MUNTER (V.RESTER) - Mutter der beiden Besamungsstiere LESTER (V.LENZ) und MAMUT (V.MALZ) auf der Verbandsschau 2019 in Maishofen
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Gesamtreservesiegerin der Gebietsrinderschau Unteres Saalachtal 2024: ALMA (V.MAMUT)
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