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Pinzgauer-Jungzüchtertag 2024

Willkommen am Hinterkeilhof in Bischofswiesen, wo die Freude über den zahlreichen Besuche eine große ist!
Der nächste Almsommer auf der Mordau kann kommen! Obmann Gabriel Riedlsperger bedankt sich bei Familie Koller für den gelungenen Einstieg in den Tag!
Vermittelt pures Wohlgefühl - der Anblick der muttergebundenen Aufzucht am Stieglgut Eiferding in Wildshut!
Die Rückkehr zu Original Pinzgauer ist auch in der Milchkuhherde schon deutlich sichtbar.
Der Abschluss gehört dem Oberholznergut in Elixhausen, wo Rupert Oberholzner die Gruppe empfängt.
Hat eindeutig das Paradies auf Erden - die Herde des Oberholznerbauern,
welche drinnen und draußen pure Freiheit genießt!

Beständigkeit – das Geheimnis großer Betriebserfolge!

Einen beeindruckenden, ersten Oktobersonntag erlebte eine bunt gemischte Gruppe von Interessierten, die trotz dichtem Herbstkalender der Einladung zum traditionellen Jungzüchtertag folgte.
Ziel waren drei höchst verschiedene Höfe, die trotz unterschiedlichster Betriebskonzepte über einen gemeinsamen Nenner verfügen -  nämlich jenen, überzeugte Pinzgauer-Züchter zu sein!

Hinterkeilhoflehen, Bischofswiesen
Schon der Weg zu Familie Koller, Hinterkeilhof in Bischofswiesen verriet die Schönheit des Berchtesgadener Landes, das nicht umsonst zu einer überaus beliebten Touristendestination in Bayern zählt.
Junior Franz und Vater Sepp Koller umrissen in kurzen Worten die Philosophie des Hinterkeilhofbauern, der mit dem Kauf der Mordaualm und dem folgenden Hüttenbau 2012 den Schwerpunkt auf Almwirtschaft verlegt hat. Wenn dadurch auch  jede der gut 20 Original Pinzgauerkühe durchschnittlich um 1.000 kg weniger an Jahresleistung erbringt, so rechtfertigt sich diese unbestritten im  Mehrwert der Veredelung mittels Almausschank sowie der gestiegenen Tiergesundheit.
Das aktuelle „Almprojekt“ dient dem Jungvieh auf der höher gelegenen Lattenbergalm, das sich ab nächsten Sommer dank der neuen Hütte auf eine erhebliche Komfortverbesserung freuen darf!

Einiges an Komfort wurde auch dem Bauernhaus, dessen Grundfeste aus dem Jahr 1548 stammen, zuteil. Drei schöne Ferienwohnungen mit guter Auslastung sorgen für ein weiteres erfolgreiches Standbein der Familie, die mit viel Fleiß und Freude den Spagat des Nebenerwerbs meistert.
„Das Projekt der Zukunft gilt dem Stall, mit dem sich dann der Junior beschäftigen darf. Schließlich soll auch er, sofern er unseren Weg weitergeht, seine Pläne und Visionen realisieren dürfen“, so Sepp Koller.

Gut Eiferding, St. Pantaleon
Nicht nur das weite Land, sondern auch seine Gunstlagen waren  bei der Ankunft am Gut Eiferding unübersehbar.
„Der ganze Stolz und das Fundament von Stiegl Wildshut, dem 1. Biergut Österreichs bildet die Landwirtschaft in Eiferding, die den Kreislauf vom Boden ins Glas veranschaulicht!“, mit diesen Worten umriss der neu bestellte Leiter von Wildshut, Herbert Stranzinger die Philosophie des Vorzeigebetriebes von Stiegl.
Der Weg der biologischen Kreislaufwirtschaft wird auf Eiferding gerade richtiggehend forciert, indem die Zukunft nur mehr der Original Pinzgauerzucht gilt, um die Doppelnutzung der Rasse perfekt auszuschöpfen und die Versorgung der Partnerbetriebe mit Qualitätsfleisch weiter auszubauen.
Alexander Steinwender, der als leidenschaftlicher Bauer mit dem Management der Pinzgauerherde betraut ist, sprach von den Vorteilen der muttergebundenen Aufzucht, die seit eineinhalb Jahren unbestritten für den besten Start ins Leben der Nachzucht sorgt.
Optisch nicht zu übersehen ist die junge Kuhgeneration, die nicht nur mit Original Pinzgauer-Zeichnung, sondern auch Behornung und gutem Fleischansatz die gewünschte Zuchtrichtung spiegelt. Insgesamt 140 ha Acker- und Grünfutterflächen bieten die besten Voraussetzungen für die künftige betriebliche Ausrichtung – 60 Original Pinzgauerkühe, die Heumilch produzieren und mit den Stierkälbern die perfekte Basis für die Fleischproduktion im Maststall liefern.

Oberholzgut, Elixhausen
Kaum zu übersehen, weil einerseits direkt an der Mattseer Landesstraße gelegen und andererseits seit eh und je mit Pinzgauern belebt – so präsentiert sich die schöne Heimat von Familie Oberholzner, die 2015 mit dem Bau eines Kompoststalles schlagartig bekannt wurde.
Der Umbau des bestehenden Stalles, der aufgrund der Nähe zur Hauptstraße viel Zeit und insgesamt fünf Pläne verschlang, wurde mit der Besichtigung zweier Kompostställe in der Steiermark für immer ad acta gelegt. Rupert Oberholzner wusste nun, dass es nur eine derartige, großräumige Konstruktion für eine gehörnte Milchkuhherde sein konnte, stand die Enthornung für den überzeugten Pinzgauerzüchter stets außer Frage.
Nach nur drei Monaten der Planung, Einreichung und Bewilligung startete Oberholzner den Bau des großzügigen Wohlfühlstalles (mit 500 fm verbautem Holz), der aufgrund der landesweiten Premiere Anlaufstelle für viele interessierte Landwirte war. (und nach wie vor ist!)

„Pinzgauer waren auf unserem Hof immer schon daheim und wenn ich auch oft belächelt wurde, dass ich dem Trend der Rassenumstellung nicht gefolgt bin, so muss ich heute schmunzeln, wenn ich sehe, dass immer mehr der Wege wieder zurückführen, weil sie vermutlich die beständigeren sind“, so ein Bauer, dessen Bodenhaftung eine bemerkenswerte ist und der sich seiner Verantwortung als Verwalter eines großen Erbes durchaus bewusst ist!

Mit dem Einzug in den Kompoststall und der damit gewonnenen, größeren Flexibilität, gewann die Kurzrasenweide, die Oberholzners schon seit 2008 praktizieren, noch mehr an Bedeutung, indem die kontinuierliche Verbesserung bzw. Verdichtung der Grasnarbe für eine erfolgreiche Ampferverdrängung sorgte. 
Die hohe Grundfutterqualität in Form von früher Weide und ausschließlicher Heufütterung sorgt bei einem gänzlichen Kraftfutterverzicht für eine durchschnittliche Leistung von 5.500 kg pro Kuh und Jahr, welche unmissverständlich die hervorragende Qualität der Original Pinzgauer-Kuhherde deutlich macht!
Einen wesentlichen Anteil dazu erbringt der Herdenchef, der stets mitlaufend nicht nur für Ruhe Ordnung in der Herde sorgt, sondern auch für eine optimale Zwischenkalbezeit von weniger als 365 Tagen.
Einen weiteren Pfeiler für das Wohlgefühl in der behornten Herde bildet die frühe Eingliederung der Kalbinnen, werden diese bereits im belegfähigen Alter integriert und sind somit bis zum Abkalben schon mit allen Vorgängen – inklusive Kennenlernen des Melkstandes (!) – vertraut.

Der stolze Hof, der schon aus der Ferne mit einer schönen Pinzgauerkuh wirbt, ist zudem beliebtes Ziel für den bewussten Lebensmittel-Einkauf, kann man sich am Oberholzgut neben frischer Heumilch vom Milchautomaten mit hausgemachtem Jogurt sowie Eier und Nudeln der 300 Freilaufhühner bedienen!

Der traditionelle Jungzüchtertag, dessen Ziel das Aufzeigen von verschiedensten Betriebsphilosophien und Konzepten ist, zeigte einmal mehr, dass es oftmals die altbewährten Wege sind, die abgestimmt auf neue Technologien und modernen Lösungen, zum Erfolg führen.

Den drei Betrieben, die mit viel Offenheit und Ehrlichkeit den Lohn ihrer täglichen Arbeit zur Schau stellten, darf zu ihrem Tun von Herzen gratuliert werden – sie machten sichtbar, dass sich Freude und Einsatz durchaus bezahlt machen und sich die einführenden Gedanken von Hannes Hofer immer wieder bestätigen.
„Wir alle, die wir hier stehen, arbeiten lieber mit unseren Tieren als mit Maschinen, weil sie uns vieles zurückzugeben vermögen. Und darüber hinaus verbinden sie uns als Menschen und Gleichgesinnte, indem wir eine Gemeinschaft leben dürfen, um die uns viele beneiden!, so lauteten nämlich die Begrüßungsworte von ARGE-Obmann Hannes Hofer, der als Multifunktionär und Arbeitnehmer um den größten Wert – nämlich seiner täglichen, aber wohl schönsten Arbeit als Bauer und Rinderzüchter weiß!

Dieser Aussage ist nichts hinzuzufügen – außer einem  großen DANKE an alle, die quer über alle Bezirke den Weg von Bayern, über Oberösterreich und abschließend in den Flachgau genommen haben und mit einem eindrucksvollen Tag und prächtigem Herbstwetter belohnt wurden.

Christina Sendlhofer

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